GETAGGTE BEITRÄGE / biervision

BierVision – The Movie

Er ist fertig, der offizielle Film zu meinem Brauerjob in Davos Monstein. Gemeinsam mit einem kurzen Rückblick wird er demnächst auch auf dem Graubünden Blog veröffentlicht.

Zeitungsartikel (Davoser Zeitung) zum Bierbrauer-Job

Heute in der Davoser Zeitung erschienen:

(zum Vergrößern den Artikel anklicken)

Mein Brauertagebuch (Tag #5)

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen von Flaschen und Kisten. Die gestern abgefüllten Flaschen mussten heute etikettiert werden. Dazu musste jede einzelne Flasche aus den Kisten (hier unter dem Namen Harass bekannt) auf das Flaschenband geladen werden und nachdem die Etiketten angebracht wurden, mussten die Harasse auch wieder manuell in Kisten abgepackt werden. Bei einigen tausend Flaschen nimmt das einige Zeit in Anspruch und so war der halbe Tag schon gelaufen.

Am Nachmittag mussten die leeren Kisten wieder mit neuen (leeren) Flaschen aufgefüllt werden. Dazu mussten wir nach Glaris fahren, wo die Flaschen und Kisten gelagert werden, da es in Monstein dafür zu eng wäre.

Eine komplette LKW-Ladung mit Flaschen zu beladen ist auch nicht in ein paar Minuten gemacht, und so stand der heutige Tag rein unter dem Motto: „Flaschen und Kisten“.


Mein Brauertagebuch (Tag #4)

Nachdem wir gestern bereits alles vorbereitet hatten, konnten wir heute morgen direkt mit dem Bier brauen starten. Es stand der Sud für ein SteinBock Bier auf dem Programm. Das Malz dafür haben wir ja bereits gestern nach Rezept geschrotet und so ging es direkt mit der Maische im Sudhaus los.

Die Maische wird nach einem fest definierten Programm behandelt (kochen, Ruhezeiten, Teilmaischen behandeln, etc.), welches die Anlage mehr oder weniger selbst regelt.

Demnach hatten wir in der Zwischenzeit genügend Zeit um die Biertanks im Gärkeller komplett zu reinigen. Dabei habe ich gelernt, dass des Brauers liebstes Arbeitsmittel der Schlauch ist. Denn alle Tanks müssen ausgespült werden und dies wird über die Schlauchsysteme gemacht, die in der kompletten Brauerei verteilt sind. Es kommen wieder Laugen, Peressigsäure, Alkohol und eine Menge Wasser zum Einsatz bis alle Tanks sauber sind.

Im Sudhaus musste als nächstes der Treber aus dem Läuterbottich entfernt werden. Dieser wird in Monstein direkt von einem Bäcker abgeholt, der daraus regionale Produkte herstellt.

Der Treber wird weiterhin als Futter für Schweine und Rinder verwendet oder für die Käseherstellung. Regionale Partner haben sich hier also zusammengetan um voneinander zu profitieren, was u.a. zum «Prix d’innovation agricole Suisse» 2002 (Preis für besonders innovativer Lebensmittel in der Schweiz) geführt hat. Eine Übersicht aller Produkte gibt es HIER.

Nachdem die Produktion im Sudhaus durch war, musste das Bier in einen der gereinigten Tanks gepumpt werden, wo es jetzt für einige Wochen gären wird. Ich kann meinen „eigenen“ Sud (Nr. 114, Tank hinten rechts) also nicht verkosten, da er erst im November „fertig“ sein wird.

Während ich mit Hannes heute in der Brauerei war, sind Thomas und Nicole in Bern gewesen um 4 Tanks voller Bier in Flaschen abfüllen zu lassen. Diese werden dann morgen etikettiert und mir wurde heute schon mehrfach Muskelkater angedroht. Ich bin gespannt…

Mein Brauertagebuch (Tag #4)

Mein erster wirklicher Arbeitstag. Der Eintrag mit den Arbeitszeiten scheint (den Besucherzahlen meines Blogs nach) gut angekommen zu sein und „…in letzter Zeit sind wir fast immer da“ trifft es sehr genau. Aber fangen wir von vorne an.

Meine Arbeitswoche begann mit einer kleinen elektrotechnischen Herausforderung, denn in einem Fass im Gärkeller war ein Temperaturgeber kaputt und musste ausgetauscht werden (ich hatte nirgendwo angegeben, dass ich Physik sehr früh abgewählt habe). Da ein Brauer allerdings keine Zeit hat auf einen Elektriker zu warten, wird es einfach kurzerhand selbst gemacht. Braumeister Hannes hat sich die Schaltungen flott angesehen und schon war das Gerät getauscht und wieder funktionsbereit.

Danach mussten die Tanks im LKW gereinigt werden, da diese am Nachmittag wieder befüllt werden sollten. In die Tanks wird das Bier aus den Kesseln gepumpt und dann fährt Thomas damit nach Bern, wo es abgefüllt wird. Hier kamen direkt eine Menge Chemikalien ins Spiel (ich hatte nirgendwo angegeben, dass ich Chemie sehr früh abgewählt habe), denn die Tanks wurden nachdem sie ausgespült waren, mit Lauge und mit Säure und mit Alkohol gereinigt, damit auch alles tipp topp sauber ist. Nachdem die Tanks leer und sauber waren, wurden sie am Nachmittag dann direkt wieder befüllt.

Dann ging’s weiter mit Flaschen reinigen. Das Monsteiner Bier gibt es auch in 1-Liter Flaschen, die wir mit einer Maschine gereinigt haben. Flaschen rein – warten bis sie wieder raus kommen – Flaschen nochmal rein (doppelt reinigen hält besser) und dann raus – verschließen und in Kisten packen.

Während die Maschine die Flaschen gereinigt hat, war nicht Zeitung lesen o.ä. angesagt. Auf dem LKW lagen noch ein paar Säcke Malz, die noch in den ersten Stock mussten. Pro Sack 50kg…Gott sei Dank waren es nicht all zu viele (und glücklicherweise gibt es von der Schlepperei auch keine Fotos 😉 ).

Das Malz wurde anschließend geschrotet. Je nach Biersorte und Rezeptur sind verschiedene Sorten Malz erforderlich, so dass wir drei unterschiedliche Sorten Malz geschrotet und für den Sud vorbereitet haben. Die Tanks, die mittlerweile in den LKW gefüllt waren, müssen natürlich auch wieder sauber gemacht werden, denn darin setzt sich die Hefe unten ab.

Heute haben wir die Tanks nur grob gereinigt…morgen werden sie nochmal genauer unter die Lupe genommen. Zum Abschluss des Tages haben wir dann den Boden der Brauerei gereinigt. Auch da sind wieder Chemikalien im Spiel, denn alles wurde abgechlort, geschrubbt und dann wieder mit Wasser abgespült.

Natürlich gab es zum krönenden Abschluss des ersten Arbeitstages noch ein Feierabendbier (oder zwei…). Dann ging es wieder ins Hotel zum Abendessen und es sollte eigentlich Feierabend sein. Doch Thomas stellte um kurz nach 21h fest, dass der LKW nicht mehr ansprang. Da er morgen früh allerdings zum Abfüllen fahren muss, wollten wir die Kiste wieder ans Laufen bekommen. Also ab nach Davos zum Chef Überbrückungskabel holen, denn in Monstein war keins aufzutreiben. Da der LKW sehr gekonnt vor der Brauerei geparkt war, kam nicht wirklich mit dem Auto heran, so dass das Kabel vom LKW bis zum Auto gereicht hätte. Aber Thomas hat sein Auto noch gekonnter am LKW geparkt, so dass die Länge der Kabel letztendlich zentimetergenau gepasst hat. Überbrücken hat aber leider nicht funktioniert, so dass die Batterie aufgeladen werden musste.

Was dann passiert ist….erzähle ich Euch morgen. 😉

Arbeitszeiten

Das ist mal ’ne Ansage:

Mein Brauertagebuch (Tag #3)

Heute habe ich an einem Tag so viele Höhenmeter (zu Fuß!) absolviert, wie wahrscheinlich noch nie zuvor. Es stand die Besichtigung eines Bergwerks auf dem Programm. Zuerst haben wir (ich durfte heute bei einer Besuchergruppe mitlaufen) eine kurze Führung im Bergbaumuseum bekommen. Dort gibt es neben einigen Steinsammlungen und Modellen (wie früher in den Bergwerken gearbeitet wurde) auch Werkzeuge zu sehen. Schon in der Theorie unvorstellbar wie die Männer damals mit diesen Werkzeugen arbeiten mussten um Erz abzubauen. Um das alles dann noch anschaulicher darzustellen ging es hinauf auf den Silberberg.

Nach einer ersten Wanderung konnten wir einen kleinen Stollen besichtigen und haben ständig eine Menge Infos bekommen. Da ich sicher nicht alles behalten habe, bin ich froh, dass es auf der Seite vom Bergbauverein eine Fragen & Antworten Seite gibt. 😉
In den Stollen konnten wir uns dann davon überzeugen, dass die Arbeit im Bergwerk ein sehr harter Job war.

Wir haben verschieden Stollen angesehen, sind zwischendurch immer wieder zur nächsten Station bzw. zum nächsten Stollen gewandert/geklettert, so dass wir letztendlich von heute morgen ca. 10.00 Uhr bis heute nachmittag 16.00 Uhr ständig im Silberberg unterwegs waren.


Unser Ziel war Monstein, wo es dann als Abschluss noch eine Brauerei-Besichtigung gab. Braumeister Hannes hat uns in 1,5 Stunden den kompletten Prozess der Bierherstellung näher gebracht und natürlich durften wir auch das ein oder andere Bier probieren. Ich habe mir zwar versucht so viel wie möglich zu merken, aber in den nächsten Tagen werde ich sicher noch ausreichend Gelegenheit haben die Basis-Infos dieser Führung zu vertiefen.
Morgen ist dann der Spaß vorbei und der Alltag des Brauers beginnt. 🙂

(…weitere Bilder gibt es wieder bei Flickr. Ein kurzes Video wird wieder nachgereicht.)

Mein Brauertagebuch (Tag #2)

Heute gibt es leider keine so schönen Fotos (zum Fotoalbum gehts über die Sammlung hier rechts…das Album wird regelmäßig ergänzt) und Videos, da das Wetter nicht mitspielen wollte. Nachdem es zum Frühstück anfing zu regnen, hatte es sich kurze Zeit später wieder gebessert und teilweise war blauer Himmel zu sehen. Also bin ich zum Jakobshorn aufgebrochen. Oben angekommen hatte es dann 2°C. Der Blick ins Tal war durch Wolken verhangen und man sah nur grau.


Ich habe trotzdem eine kleine Wanderung zur nächsten Alp gemacht und natürlich blieb es nicht bei den Wolken, sondern es begann wieder zu regnen, besser gesagt zu hageln. Allerdings war eine Hütte in der Nähe, wo ich mich unterstellen konnte bis das schlimmste vorbei war. Auf dem restlichen Weg bergab zur Alp kam dann sogar die Sonne raus, dass man ins Schwitzen kam. 😉
Nach meinem Abstieg und einer Gondelfahrt zur Talstation war ich wieder in Davos angekommen. Dort habe ich noch eine Runde an den Davoser See gedreht bevor ich mich wieder mit dem Postauto (=Bus) auf den Rückweg nach Monstein gemacht habe.


Den Abend heute werde ich gemütlich angehen, denn morgen geht’s früh raus und dann steht die Besichtigung eines Bergwerks auf dem Programm mit anschließender Wanderung.

(…ein paar Videosequenzen gibt es vielleicht später noch…)

Musik: Incognito – There will come a day (Album: Life Stranger Than Fiction)

Mein Brauertagebuch (Tag #1)

Jetzt bin ich also mitten in der Schweiz, genauer gesagt in Graubünden, noch genauer gesagt in Davos…Davos Monstein! Von Frankfurt aus ging es mit einer kleinen Maschine der SwissAir nach Zürich. In Zürich habe ich mir kurz Zeit genommen einmal die Bahnhofstraße hoch und runter zu laufen. Es war wirklich „Laufen“, denn viel Zeit hatte ich nicht. Ich wollte aber an den Züricher See, um dort das obligatorische See-Foto zu machen.

Ich hätte zwar eines aus dem Archiv nehmen können, aber fuschen ist nicht mein Ding. Da hier in der Schweiz das neue iPhone recht günstig ist (also jedenfalls im Vergleich zu anderen Ländern) wäre der Apple Store in Zürich die Chance gewesen…aber wie gesagt: ich hatte nicht viel Zeit, und somit habe ich mich in dieser Schlange vor dem Store einfach mal NICHT angestellt. 😉

Mit der Bahn ging es dann am Ufer des Zürichsees und Walensees entlang ins Heidiland, wo ich in die Räthische Bahn umgestiegen bin. Bei der Räthischen Bahn gab es auch bereits einen Traumjob zu gewinnen. Berichte und Videos dazu gibt es HIER. In der Schweiz ist Bahnfahren noch was anderes als in Deutschland. Hier gibt es wenigstens was zu sehen. Eigentlich war ich verdammt müde, aber ich habe die Augen keine Sekunde zu gemacht, um auch ja keinen Ausblick zu verpassen. Da kann „Die schönsten Bahnstrecken Deutschlands“ einpacken. 🙂

In Davos Platz angekommen wurde ich von meinem Chef (für die nächste Woche) und seiner Tochter in Empfang genommen und wir sind dann gemeinsam nach Davos Monstein gefahren. Der Ort liegt auf 1626m und hat 180 Einwohner. Das Hotel, in dem ich untergebracht bin, liegt direkt gegenüber der Brauerei. Nach dem kurzen Check-In bin ich dann auch schon direkt in die Brauerei, wo ich die ersten Braumeister kennen gelernt habe. Freitags Nachmittags/Abends gibt es den traditionellen „Sonnenuntergang“, wo man sich in der Brauerei zum gemeinsamen Bierchen trifft. Ich hatte dann direkt die Möglichkeit vier verschiedene Sorten zu testen (Huusbier, Dunkles, Weizen und Steinbock). Für den Einstieg hat das erstmal gereicht. 🙂

Morgen werde ich dann mal die Gegend hier erkunden.


Musik: Incognito – Stay mine (Album: Life Stranger Than Fiction)

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