Mein Brauertagebuch (Tag #4)

Mein erster wirklicher Arbeitstag. Der Eintrag mit den Arbeitszeiten scheint (den Besucherzahlen meines Blogs nach) gut angekommen zu sein und „…in letzter Zeit sind wir fast immer da“ trifft es sehr genau. Aber fangen wir von vorne an.

Meine Arbeitswoche begann mit einer kleinen elektrotechnischen Herausforderung, denn in einem Fass im Gärkeller war ein Temperaturgeber kaputt und musste ausgetauscht werden (ich hatte nirgendwo angegeben, dass ich Physik sehr früh abgewählt habe). Da ein Brauer allerdings keine Zeit hat auf einen Elektriker zu warten, wird es einfach kurzerhand selbst gemacht. Braumeister Hannes hat sich die Schaltungen flott angesehen und schon war das Gerät getauscht und wieder funktionsbereit.

Danach mussten die Tanks im LKW gereinigt werden, da diese am Nachmittag wieder befüllt werden sollten. In die Tanks wird das Bier aus den Kesseln gepumpt und dann fährt Thomas damit nach Bern, wo es abgefüllt wird. Hier kamen direkt eine Menge Chemikalien ins Spiel (ich hatte nirgendwo angegeben, dass ich Chemie sehr früh abgewählt habe), denn die Tanks wurden nachdem sie ausgespült waren, mit Lauge und mit Säure und mit Alkohol gereinigt, damit auch alles tipp topp sauber ist. Nachdem die Tanks leer und sauber waren, wurden sie am Nachmittag dann direkt wieder befüllt.

Dann ging’s weiter mit Flaschen reinigen. Das Monsteiner Bier gibt es auch in 1-Liter Flaschen, die wir mit einer Maschine gereinigt haben. Flaschen rein – warten bis sie wieder raus kommen – Flaschen nochmal rein (doppelt reinigen hält besser) und dann raus – verschließen und in Kisten packen.

Während die Maschine die Flaschen gereinigt hat, war nicht Zeitung lesen o.ä. angesagt. Auf dem LKW lagen noch ein paar Säcke Malz, die noch in den ersten Stock mussten. Pro Sack 50kg…Gott sei Dank waren es nicht all zu viele (und glücklicherweise gibt es von der Schlepperei auch keine Fotos 😉 ).

Das Malz wurde anschließend geschrotet. Je nach Biersorte und Rezeptur sind verschiedene Sorten Malz erforderlich, so dass wir drei unterschiedliche Sorten Malz geschrotet und für den Sud vorbereitet haben. Die Tanks, die mittlerweile in den LKW gefüllt waren, müssen natürlich auch wieder sauber gemacht werden, denn darin setzt sich die Hefe unten ab.

Heute haben wir die Tanks nur grob gereinigt…morgen werden sie nochmal genauer unter die Lupe genommen. Zum Abschluss des Tages haben wir dann den Boden der Brauerei gereinigt. Auch da sind wieder Chemikalien im Spiel, denn alles wurde abgechlort, geschrubbt und dann wieder mit Wasser abgespült.

Natürlich gab es zum krönenden Abschluss des ersten Arbeitstages noch ein Feierabendbier (oder zwei…). Dann ging es wieder ins Hotel zum Abendessen und es sollte eigentlich Feierabend sein. Doch Thomas stellte um kurz nach 21h fest, dass der LKW nicht mehr ansprang. Da er morgen früh allerdings zum Abfüllen fahren muss, wollten wir die Kiste wieder ans Laufen bekommen. Also ab nach Davos zum Chef Überbrückungskabel holen, denn in Monstein war keins aufzutreiben. Da der LKW sehr gekonnt vor der Brauerei geparkt war, kam nicht wirklich mit dem Auto heran, so dass das Kabel vom LKW bis zum Auto gereicht hätte. Aber Thomas hat sein Auto noch gekonnter am LKW geparkt, so dass die Länge der Kabel letztendlich zentimetergenau gepasst hat. Überbrücken hat aber leider nicht funktioniert, so dass die Batterie aufgeladen werden musste.

Was dann passiert ist….erzähle ich Euch morgen. 😉

 

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